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Autor: Florian Schrupp
Datum: 23.04.2013
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Die Geschichte der Telekommunikation

Das Kunstwort Telekommunikation, ebenso wie das deutsche Pendant Fernmeldewesen, sind aus unserem aktiven Sprachgebrauch fast komplett verschwunden. Der Grund dafür ist die Selbstverständlichkeit, mit der wir uns dieser Kommunikationsweise im Alltag bedienen. Der Begriff, der sich aus dem altgriechischen Wort für „fern“ und dem lateinischen für „kommunizieren“ herleitet, bezeichnet ursprünglich lediglich einen Informationsaustausch über eine gewisse Distanz hinweg. Kein Wunder, dass man sich darüber kaum Gedanken macht, wenn doch der Normalbürger kaum jemals einen Tag auf Handy, Internet und Telefonanlagen verzichtet.

Das Streben nach Telekommunikation wohnt dem Menschen seit Jahrtausenden inne. In Mythen und Religionen sind es meist Engel oder andere übernatürliche Wesen, die Nachrichten über weite Distanzen hinweg überbringen. Auch Traumreisen und Telepathie gehören in diesen Sagenkreis. Manche Kulturen orientierten sich allerdings schnell pragmatisch. Auch ohne übernatürliche Verstärkung gehörte nicht viel Technologie dazu, mit Ketten von Rauch- und Feuerzeichen codierte Botschaften über große Distanzen zu übermitteln. Schon vor Jahrtausenden kamen die amerikanischen Indianer auf diese Idee und auch die Nachricht vom Sieg der Archäer beim sagenhaften trojanischen Krieg soll sich über derartige Signale verbreitet haben. Die spätere Erfindung des Fernrohrs erhöhte die Effektivität dieser Kommunikation.

Die ersten moderneren optischen Telegrafen mit schwenkbaren Signalarmen, die ja nach Stellung verschiedene Buchstaben symbolisierten, entstanden während der französischen Revolution. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden in Frankreich und den USA ganze Linien von Telegrafen zwischen den wichtigsten Städten und Kommunikationszentren, die militärisch, aber auch zu zivilen Zwecken verwendet wurden. Später wurde die Technologie durch die einfachere und effizientere Morsetelegrafie abgelöst und schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts trat mit dem Telefon das erste Fernkommunikationsmittel auf den Plan, das gesprochene Sprache übermitteln konnte. Im Gerät wird der Schall der Stimme in elektrische Signale umgewandelt, über eine Drahtverbindung weitergeleitet und auf der Seite des Empfängers zurück zum Schall in Form einer verständlichen Stimme konvertiert.

Anfangs funktionierte diese Übertragung nur über Distanzen von wenigen Kilometern. Mit der Erfindung besserer Mikrofone und Hörer, konnte die Stimme später auch über größere Distanzen übertragen werden. Damals mussten die Verbindungen noch per Hand vermittelt werden. Der einzelne Teilnehmer rief bei einer zentralen Stelle an, wo eine Telefonistin, das berühmte „Fräulein vom Amt“, das Gespräch manuell an die Zielnummer weiterleitete. In Deutschland wurde 1908 der erste elektromechanische Wähler eingeführt, durch den Direktverbindungen möglich wurden. In manchen Ländern werden Telefonverbindungen bis heute manuell hergestellt. Für solche Fälle betreibt die Telekom noch eine Nummer, unter der man eine klassische Telefonistin erreicht, die einen per Hand dorthin vermittelt.

Ebenfalls zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die ersten unterseeischen Fernsprachkabel verlegt. Das erste führte über den Grund des Bodensees. Die internationale Kommunikation war noch etwas komplizierter. Seit 1927 konnte man in Europa mit den USA über Langwellenfunk telefonieren. Aufgrund der hohen Kosten wurden allerdings nur wenige Gespräche dorthin vermittelt. Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde 1956 das erste transatlantische Telefonkabel zwischen Schottland und Neufundland verlegt.

In den 1970er Jahren wurde die sich damals immer weiter verbreitende Digitaltechnik erstmals auf das Telefonnetz angewandt. 1987 entwickelte die Deutsche Bundespost als Telefonanbieter das ISDN, ein digitales Netz, das verschiedene Fernkommunikationsdienste wie das Fernschreiben, Teletext, die paketvermittelte Datenübertragung (Datex-P) und natürlich das Telefon integrierte. Mittlerweile hat sich diese Technik über ganz Europa verbreitet und ist in Deutschland flächendeckend verfügbar.

Im weiteren Sinne gehören neben den Telefonanlagen auch Rundfunk und Fernsehen sowie das Internet in den Bereich der Telekommunikation, die sich zum Teil parallel entwickelten.

Der bisher letzte große Schritt im Rahmen der akustischen Telekommunikation war die Entwicklung des Mobilfunks. Die ersten öffentlichen Mobilfunknetze in Deutschland gab es bereits 1950, aber sie waren noch nicht für den breiten Markt konzipiert. Die Technologie wurde im privaten Bereich höchstens bei Autotelefonen benutzt. Erst als Anfang der 1990er Jahre die ersten digitalen Netze eingeführt wurden, trat das Handy seinen Siegeszug an. Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr Mobiltelefone als Einwohner und die Telekommunikation hat ihre größte Reichweite und Flexibilität erreicht, indem sie praktisch den Datenaustausch zwischen jedem Menschen mit jedem anderen an jedem beliebigen Ort ermöglicht.

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