Haarausfall ist ein Leiden, dass Frauen und Männer gleichermaßen treffen kann, allerdings zu unterschiedlichen Lebensphasen und in unterschiedlicher Form. Bei Männern tritt der Haarausfall oft schon vor dem 20. Lebensjahr auf, und mit 30 ist die Glatze bereits sehr ausgeprägt. Bei Frauen dagegen fallen die Haare erst später aus, in Verbindung mit den beginnenden Wechseljahren und der hormonellen Umstellung in dieser Zeit.
So unterschiedlich die Formen sein mögen, bisher liegen die Geheimnisse rund um den Haarausfall noch ziemlich verborgen im Dunkeln. Denn es ist ein sehr komplizierter Vorgang, wie Tausende von einzelnen Haaren völlig unabhängig voneinander zu wachsen beginnen, nach einigen Jahren eine Ruhepause einlegen, dann erst ausfallen. Da dies völlig unabhängig voneinander geschieht, ist der Vorgang normalerweise kaum sichtbar. Erst wenn dauerhaft mehr Haar ausfällt als nachwächst spricht man von Haarausfall.
In den meisten Fällen liegt eine erbliche Veranlagung vor dies bedeutet auch umgekehrt, dass die Medizin bis heute kein Mittel kennt, den Haarverlust umzukehren und ungeschehen zu machen. Inzwischen gibt es aber konkrete Hoffnungen, dass durch eine Haarmultiplikation das Problem gelöst werden kann. Haarmultiplikation bedeutet wie der Name schon sagt, dass die Haare vermehrt werden. Dies mag etwas banal klingen, für die Wissenschaft ist es bis heute ein sehr komplexer Vorgang.
Das Problem liegt darin, dass das Haar ein eigenständiger Organismus ist, der zudem in die Hautzellen eingebunden ist, und mit diesem durch die Ausschüttung von Botenstoffen in Verbindung steht. Hinzu kommen die komplexen Vorgänge im Lebensweg des Menschen, beispielsweise das Wachsen der Haare waren im Embryo, die zudem in diese ganzen Vorgänge hineinwirke. Es muss also darum gehen, Haare entweder vor Ort zu vermehren oder sie so einzupflanzen, dass sie wieder anwachsen.
Dafür gibt es verschiedene Konzepte, die weltweit von verschiedenen Firmen wie Aderans, Trichoscience und Gho verfolgt werden. Am einfachsten ist die Idee, Haare nur teilweise zu entnehmen, sie praktisch zu teilen. Jedes der beiden Teile kann wieder ein Neues haben. Wiederholt man diesen Vorgang, so steht über einen gewissen Zeitraum eine große Zahl von Haaren zur Verfügung.
Eine andere Idee baut darauf, die Haut in den Zustand wie beim Embryo zurückzuversetzen. Dort werden schließlich auch Haare in der jungen Haut gebildet. Entdeckt wurde dieser Effekt durch die Beobachtung an Wunden, wo aus der zerstörten Haut auf einmal wieder Haare wuchsen. Technisch kann dies durch starke Reizungen der Haut erreicht werden.
Schließlich bleibt auch die Möglichkeit, einzelne Haare zu entnehmen und in einem Kulturmedium zu züchten, bis sich mehr oder weniger große Haare gebildet haben. Diese Haare können dann eingepflanzt werden.
Für alle diese Verfahren gibt es inzwischen einzelne Erfolgsmeldungen, eine breitere Anwendung bleibt aber die Frage der Zukunft. Und schließlich muss der Vorgang der Haarmultiplikation auch bezahlbar bleiben, was allerdings zweifelhaft ist. So bleibt denn die Hoffnung für die Zukunft, dass die Haarmultiplikation endlich das Haarausfallproblem lösen kann, und idealerweise wieder Weise Haare nachproduziert werden können.
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