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Autor: Handweberei Sirko Galz
Datum: 01.04.2013
Views: 3202
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Handweberei Sirko Galz eröffnet Schauwerkstatt

Die Handweberei Sirko Galz eröffnet Anfang Mai ihre kleine Schauwerkstatt inmitten der Burglengenfelder Altstatt. Auf zwei traditionellen Handwebstühlen entstehen hier Stoffe, Teppiche, Handtücher, Tischwäsche und Stoffe für historische Kleidung.

Viele der handgewebten Textilien können in Farbe, Größe und Muster auf den Kundenwunsch abgestimmt und individuell angefertigt werden. Als Materialien für die hangewebten Stoffe und Teppiche werden ausschließlich die natürlichen Rohstoffe Schurwolle, Baumwolle und Leinen verwendet. Besucher des Ladens können bei der Anfertigung der Textilien zuschauen oder auf einen kleinen Schwatz in der gemütlichen Sitzecke vorbeischauen.

Bevor ein Stoff im Ausstellungsbereich der Werkstatt zu sehen ist, sind viele Arbeitsschritte notwendig. Vor allem bei den Stoffen für historische Kleidung müssen die Muster, die Verarbeitung, die verwendeten Garne, Farben und Stoffgrößen aufwändig recherchiert werden.

Ein Stoff besteht aus zwei Fadensystemen, der längslaufenden Kette und dem querlaufenden Schuss. Beim Weben werden die beiden Fadensysteme miteinander verflochten und ergeben ein festes Gewebe.

Für jeden Stoff wird zunächst die Dichte und die Länge der Kettfäden berechnet. Zunächst werden die Kettfäden auf sogenannte Zettelspulen aufgewickelt, wobei der Faden über ein mechanisches Zählwerk läuft mit dem die Länge der Fäden abgemessen wird. Anschließend werden die Kettfäden auf den im hinteren Teil des Webstuhls liegenden Kettbaum aufgewickelt. Dann kann mit dem Einziehen der Kettfäden durch die Litzen begonnen werden. Die Litzen heben oder senken die Kettfäden später entsprechend des Webmusters und bilden das zum Weben notwendige Webfach. Hier muss sehr genau gearbeitet werden, denn wenn schon ein einzelner Faden durch eine falsche Litze gezogen wird, ergeben sich später Fehler im Gewebe. Dementsprechend ist dies der aufwändigste Teil bei den Vorbereitungsarbeiten am Webstuhl.

In einem weiteren Schritt werden die Kettfäden durch die Schlitze im Webblatt gefädelt. Das Webblatt hält die Kettfäden im richtigen Abstand zueinander. Mit dem in der Lade eingebauten Webblatt wird beim Weben auch der Schussfaden gleichmäßig angeschlagen.

Nachdem nun die Enden der Kettfäden am vorn im Webstuhl eingebauten Warenbaum befestigt sind und das Trittgestänge entsprechend des Musters mit den Schäften verbunden ist, kann mit dem eigentlichen Weben begonnen werden.

Zentimeter für Zentimeter entstehen nun auf den Handwebstühlen die feinen Stoffe aus Leinen, Baumwolle oder Schurwolle oder die Teppiche aus dicker flauschiger Schafwolle.

Die Handweberei Sirko Galz möchte die alte Handwerkskunst am Leben erhalten und erlebbar machen, wie Stoffe hergestellt werden. Dadurch, dass die Besucher bei der Anfertigung der Stoffe von Anfang bis Ende zuschauen können, soll auch die Wertschätzung des Webhandwerks und der Textilien gefördert werden. Schauen Sie doch einfach selbst mal vorbei.

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