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Autor: Sara Wendt
Datum: 11.12.2012
Views: 2826
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Folgen und Probleme geschlossener Deponien

Auch nach der Schließung einer Deponie gibt es eine Vielzahl von Aufgaben zu bewältigen, oft über viele Jahre hinweg, um weitere Schädigungen an Mensch und Umwelt zu verhindern. Die Kosten für erforderliche Nachsorgemaßnahmen, wie z.B. die Deponiprofilierung, werden durch öffentliche Fördermittel, Abfallbeseitigungsgebühren und Rücklagen der Deponiebetreiber gedeckt.

Zu Beginn muss die Oberfläche der geschlossenen Deponie abgedichtet werden, um ein unkontrolliertes Austreten von Gasen, aber auch um ein Eintreten von Regenwasser in die Deponie zu verhindern. Meist ist eine mehrschichtige Abdeckung der Deponie gegen eindringendes Niederschlagswasser notwendig, um eine optimale Trennung der Abfälle von der Umwelt sicherzustellen.

Unterhalb der Deponie befindet sich ebenfalls eine Abdichtung, die verhindern soll, dass Abfallbestandteile austreten und in das Grundwasser gelangen und es auf diese Weise verunreinigen können. In diese Basisabdichtung im Fundament einer Deponie ist meistens ein Drainagesystem integriert, um eine Abführung des Sickerwassers zu ermöglichen. Deponien, die aufgrund ihres Alters kein Drainagesystem erhalten haben, müssen spätestens zum Zeitpunkt der Schließung nachgerüstet und saniert werden.

Wenn eine Oberflächenabdichtung durchgeführt wird, müssen zunächst unregelmäßige Oberflächenformen des Deponiekörpers verfüllt werden, um eine geglättete Kuppe zu erzeugen. Auf diese Kuppe werden dann unterschiedliche Abdeckungen aufgetragen. Die erste Schicht dient der Aufnahme und Ableitung von Deponiegasen. Darauf folgt eine Schicht mit mineralischen Komponenten, gefolgt von einer Dichtungsschicht aus Kunststoff. Den Abschluss bilden eine der Entwässerung dienende Flächendrainage und eine Oberschicht, um den Landschaftskörper wieder zu rekultivieren. Dem Landschaftsbild entsprechend, werden diese Flächen schließlich wieder mit Mutterboden bedeckt und begrünt.

Bakterien, die im verschlossenen Deponiekörper den Müll zersetzen, bilden dabei Kohlendioxid und Methangas. Um einen Überdruck zu verhindern werden sog. Gasbrunnen installiert, die eine Gasabsaugung ermöglichen. Nach der Absaugung werden die Gase oft in Fernheizwerke befördert, um sie einem wirtschaftlichen Nutzen zuzuführen.

Wenn die Geologie des Standortes es erforderlich macht, muss das Deponiesickerwasser, das am Fundament der Deponie austritt, aufgefangen und erst einmal gereinigt werden, da sich im Abfall chemische Verbindungen und Giftstoffe befinden können, die biologisch nicht abbaubar sind. Man muss täglich von 5 Kubikmetern Sickerwasser je Hektar Deponiefläche bei einer beispielhaften Niederschlagsmenge von 750mm ausgehen. Die Basisabdichtung, die aus verdichteten Bodenschichten sowie Lehm, Kunststofffolien und Beton bestehen kann, soll einen Austritt von Deponiesickerwasser und eine Verseuchung von Grundwasser verhindern. In Sickerbrunnen aufgefangenes Wasser sollte, wenn möglich, eine erste Reinigung vor Ort durchlaufen, und dann einer Kläranlage zugeführt werden. Im Rahmen des Grundwassermonitorings muss das Grundwasser zusätzlich eine ständige Kontrolle durchlaufen, um die Konzentrationen von Schwermetallen, Chlorid, Nitrat oder Ammoniumsulfat so gering wie möglich zu halten.

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