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Autor: MMC
Datum: 09.10.2009
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Mit Drag and Drop klickbare Wireframes erstellen

Die Methode des Rapid Paper Prototyping zur Skizzierung erster Konzeptideen bei der Webentwicklung ist mittlerweile im Entwicklungsprozess von Webseiten fest verankert. Das Grobkonzept mit dem grundlegenden Layout wird von Hand aufs Papier gebracht und dann im Team diskutiert. In der Diskussion unter Experten wird dieser einfache Papier-Prototyp optimiert und reicht dann im Regelfall als Richtlinie oder grobes Konzept für die weitere Ausarbeitung der Webapplikation.

Einige Screendesigner nutzen diese groben Handzeichnungen darüber hinaus, um einfache Nutzertests durchzuführen, um die größten Stolpersteine noch vor der Programmierung zu finden - denn dies spart später Zeit, Kosten und reduziert die Wahrscheinlichkeit nachträglicher Änderungen. Obwohl so die Kosten gleich in vielerlei Hinsicht gesenkt werden, verbessern frühzeitige Nutzertests auch gleichzeitig das Entwicklungsergebnis durch eine optimierte Usability.

Als größte Nachteile des klassischen Paper Prototyping haben sich jedoch insbesondere zwei Aspekte herauskristallisiert.

Zum einen bedingt Papier, dass man es schlecht mit anderen Computerprogrammen weiterverarbeiten oder seinen Kollegen zusenden kann. Deshalb sind einige Konzeptioner dazu übergegangen, ihre Prototypen direkt in bestehenden Softwarelösungen wie MS Visio zu kreieren. Dadurch kann man zwar die Daten besser austauschen, aber ein so erstellter Prototyp ist im Endeffekt nur wenig interaktiver als Papier, was der zweite große Nachteil des klassischen Paper Prototyping ist. Verlinkungen, animierte Menüstrukturen oder ganze Klickpfade können nur theoretisch ausgearbeitet werden und müssen für die User-Tests und Spezifikationen ausführlich in Wort und Bild erklärt werden. Dadurch wachsen Dokumentationen für bereits mittelgroße Web-Projekte zu umfangreichen und verwirrenden Dokumenten an.

Diesem Problem hat sich die pidoco° GmbH mit Sitz in Berlin angenommen. Das Unternehmen ist aus dem HPI (Hasso Plattner Institut) hervorgegangen und entwickelt Standard-Software-Lösungen für das User Centered Design und die Online-Kollaboration. Zum jetzigen Zeitpunk bietet das Berliner Softwarehaus eine komplette Software Suite für das User Centered Design, das den gesamten Prozess vom Prototyping bis zum Remote Usability Testing abdeckt. Die 3 Module sind der „Prototype Creator“, mit dem nicht nur Webdesigner einfach per Drag and Drop Prototypen erstellen können, die tatsächlich verlinkt sind und i.w.S. Funktionalität aufweisen, um danach mit dem „Prototype Reviewer“ Feedback zu diesen Prototypen einsammeln zu können. Wer’s noch genauer braucht, der kann durch den Remote Usability Tester (closed beta) über das Internet Usability Tests mit Testnutzern durchführen und so ganz einfach in die höheren Shpären des Usability Testing einsteigen.

Schnelles Paper Prototyping im Web

Mit der Kernanwendung, dem Prototype Creator, können per Drag&Drop aus vorgefertigten Interfacebausteinen (z.B. dynamische Menüs, Radiobuttons, Comboboxen etc.) Webseiten und andere Interfaces zusammengeklickt werden. Buttons, Menüs und Texte können ganz ohne Programmierung verlinkt werden, um so ein echtes Abbild der zu entwickelnden Webseite zu erhalten. Durch diese internen (aber auch externen) Verlinkungen erwacht das Designkonzept zum Leben und Kunden, Auftraggeber und Designer können in der Simulation der Workflows und Klickpfade sehen, ob alle Prozessschritte berücksichtigt wurden. Doch auch, wer bereits ausgearbeitete Screenshots (z.B. in Photoshop) vorliegen hat, kann das Tool sinnvoll einsetzen. Die Usability Suite von pidoco° erlaubt es, komplette Screenshots hochzuladen und Buttons, Menüs etc. über unsichtbare „Click Areas“ zu verlinken.

Review der erstellten Prototypen

Egal wie der Prototyp erstellt wurde, mit dem Prototype Reviewer können die Prototypen für die Expertenevaluation veröffentlicht werden. Durch eine bequeme Einladungsfunktion im Wireframe Tool können andere Beteiligte zur Evaluation und Diskussion der erstellten Prototypen eingeladen werden. Geladene Experten und Kollegen können die so zur Verfügung gestellten Wireframes wie eine normale Internetseite durchklicken, aber mit der Annotationsfunktion Feedback zu Prozessen, Layoutkonzept und ähnlichem abgeben.

Web basiertes Usability Testing

Ein noch klareres Bild und tiefer gehende Einsichten zur späteren Akzeptanz von Webseiten, Interfaces oder mobilen Applikation, bringen Usability Tests mit ausgewählten Probanden der Zielgruppe. Mit dem hier besprochenen Remote Usability Tester können Nutzertest bequem vom Schreibtisch aus durchgeführt werden. Moderator und Proband sind über einen Shared Screen und ein integriertes Telefonmodul miteinander verbunden.

Eigentlich funktionieren Remote Usability Tests genauso wie klassische Usability Tests vor Ort. Der Moderator stellt Aufgaben, der Proband versucht diese, im Prototypen zu erledigen. Dabei hilft das „Loud Thinking“ des Probanden, damit der Moderator zusätzliche Infos zum Gemütszustand des Testers bekommt. Im Remote Usability Test kann der Moderator alle Mausbewegungen des Probanden auf seinem Bildschirm (im Browser) mitverfolgen und Zwischenfragen stellen.

Fazit

Sicherlich konnten wir mit diesem kurzen Artikel nur beispielhaft an der Oberfläche kratzen, was die Neuentwicklungen in der Konzeption von Webseiten und Interfaces allgemein angeht. Doch man kann erahnen, dass auch hier der Einsatz neuer Tools die Arbeitsweise und Möglichkeiten des Webdesign von Morgen bestimmt. Wir sind gespannt, was da noch kommt.
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