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Autor: Sindy Senecio, Insitut für Antike Sprachen
Datum: 05.03.2014
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Latein lernen: Last oder persönlicher Nutzen?

Latein Lernen wird in der Regel als pure sinnlose Belastung empfunden. Gibt es aber die Möglichkeit, Latein tatsächlich wieder zum Leben zu erwecken, die Sprache mit Freude zu lernen und das Latinum Nachholen als persönliche Bereicherung zu erfahren? - Ein Sprachinstitut in Berlin hat sich diese Aufgabe zum Ziel gesetzt.

„Hürde“ Latinum?

Die Alten Sprachen Latein, Altgriechisch und Althebräisch sind die Träger unserer abendländischen Kultur. Warum sich dies so verhält, dürfte den meisten heute unbekannt sein. Im schulischen Lehrplan jedenfalls spielen die Alten Sprachen seit geraumer Zeit nur noch eine untergeordnete Rolle. Schüler, welche sich zumeist dem Wunsch der Eltern „ergeben“, verbinden mit Latein Lernen zumeist Widerwillen und Ablehnung. Anderen Schülern, welchen Latein nicht an der Schule begegnet, erscheint die Sprache zuweilen plötzlich als Studienvoraussetzung an der Universität, wo das nachzuholende „Latinum“ nun vollendet als einzige Hürde und sinnlose Belastung wahrgenommen wird.

Daß sich Latein Lernen für viele Schüler und Studenten ausschließlich als „Hürde“ darstellt, ist bedauerlich, aufgrund der Gegebenheiten durch Schullehrpläne und in Universitätskursen jedoch kaum anders zu erwarten. Latein wird in den meisten Fällen als bloßes Skelett ohne seine Sehnen und Muskeln, ohne Fleisch und Blut vermittelt und erscheint zumeist den Schülern bereits als bloße Last, zusätzlicher Lernstoff, welcher für das Leben und die eigene Weiterbildung keinen Nutzen bringt.
In Kombination mit dem übermäßigen Druck, welchen sodann die Studenten in Konfrontation mit dem Latinum als Studienvoraussetzung erfahren (in der Regel ist der Antritt zur staatlichen Latein-Ergänzungsprüfung nur zwei Mal möglich, welches den Druck zusätzlich verstärkt), ist verständlich, daß diese Alte Sprache, dieser Hauptträger unserer abendländischen Kultur, kaum noch Interesse findet, sondern lediglich als Belastung empfunden werden kann.

Latein mit Freude und Nutzen lernen – ist das möglich?

Wäre es denkbar, dieses unschätzbare Kulturgut der lateinischen Sprache als ein wunderbares Ganzes wieder zu echtem Leben zu erwecken? Wenn nun die Anforderung des Latein Lernens, des Erwerbs von „Lateinkenntnissen“ oder des Latinums unumstößliche Sache ist, wäre dann nicht wünschenswert, das Unangenehme gegen das Angenehme zu vertauschen und die viele Zeit und Kraft in den Nutzen – in sogar großen Nutzen – zu investieren? Das Institut für Antike Sprachen „Ad Fontes“ in Berlin hat sich dieses Ziel gesteckt: Die klassischen humanistischen Sprachen Latein, Altgriechisch und Althebräisch werden Schülern, Studenten und „Volontariern“ lebendig, mit Bezug zur eigenen Kultur und Geschichte und vor dem Hintergrund der Etymologie so vermittelt, daß das eigene Verstehen des Gelernten den eigenen Fleiß in reichen Gewinn innerhalb kürzester Zeit ummünzt.

Verstehen statt Auswendiglernen – Lernkonzept mit maximaler Effizienz

Das fachdidaktische Prinzip des altsprachlichen Instituts „Ad Fontes“ lautet „Verstehen statt Auswendiglernen“. Lucius Annaeus Senecio, Institutsleiter sowie Latein- und Altgriechischlehrer beim Institut „Ad Fontes“ erläutert den Vorteil des von ihm entwickelten Prinzips folgendermaßen: „Dieses Prinzip fördert den Schülern vielfachen Nutzen und gewährleistet die vielfach gesteigerte Ausbeutung der zeitlichen Ressourcen, indem an Stelle von seitenlangem bloßen Auswendiglernen zahlreicher Formentabellen grundsätzliches Verstehen der Formen tritt, wodurch sämtliche Formen einfach hergeleitet oder mit wesentlich geringerem Lernaufwand verinnerlicht werden können.“

„Wohin noch einmal wird das Adjektiv geworfen?“

Wem wurde das „Adjektiv“ hinzugeworfen? Woran nimmt das „Partizip“ teil? In Hinblick worauf ist der „Infinitiv“ unbestimmt? – „Terminologische Erklärungen helfen nicht nur, die lateinische und altgriechische Grammatik zu verstehen, welches die Grundlage für eine sichere Übersetzungstechnik und somit den erfolgreichen Antritt zur Latinum- (bzw. Graecum-)Prüfung bildet, sondern hilft darüber hinaus, die eigene deutsche Muttersprache vielschichtig zu begreifen.“, so Lucius Senecio. Die eigene Muttersprache jedoch sicher in Wort und Schrift zu beherrschen, sei nicht so sehr Studienvoraussetzung, als vielmehr noch Voraussetzung für das Erstreben hoher beruflicher Ziele. Das Erlernen des Lateinischen (oder auch des Altgriechischen) biete die ideale Gelegenheit zum Erwerb allgemeiner Sprachkompetenz, da die deutsche literarische Grammatik der lateinischen und altgriechischen weitestgehend entspreche.

Die eigene Muttersprache verstehen und sicher beherrschen

Was genau bedeuten häufig verwendete Fremdwörter wie „Affekt“ oder „Affinität“, was ist ein „Chirurg“ oder ein „Therapeut“ (und was ist eigentlich seine Aufgabe)? Warum ist der Muskel im Lateinischen ein Mäuschen? - Etymologische Erklärungen würden zum einen helfen, die Vokabeln leichter zu verinnerlichen, zum anderen durchleuchten sie den reichen Fremdwortschatz der deutschen Sprache. Institutsleiter Lucius Senecio beschreibt den Effekt seines didaktischen Konzepts folgendermaßen: „Wer auch immer die Grundlagen der Terminologie und Phänomenologie sich angeeignet hat, steht nicht nur auf festem Fundament, sondern befindet sich überdies auf dem einen Betrachterstandpunkt, von welchem aus das gesamte Gebäude der Sprache sich durchblicken und geistig erschließen läßt.“

Alte Sprachen lebendig vermitteln, die deutsche Sprachkultur befördern, das ist das couragierte Ziel des Berliner Sprachinstituts „Ad Fontes“ (http://antike-sprachen.de/).

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