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Autor: Jackie Mertens
Datum: 27.01.2014
Views: 983
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Reenactment - eine Zeitreise in die Vergangenheit

Im Normalfall beschränkt sich unser Kontakt mit der Vergangenheit auf Dokumentationen in Film und Fernsehen. Interessiert erfahren wir vom harten Leben in der Steinzeit, den wilden keltischen Kriegern und römischen Legionen, die in blutigen Schlachten die Welt unterwerfen. In der Schule lernen wir mit etwas Glück die Ursprünge unserer modernen Staatenlandschaft im frühen Mittelalter, wir sehen Wikinger mit Hörnerhelmen im Kinderfernsehen. Wen es interessiert, kann sein Wissen in zahlreichen großen und kleinen Museen vertiefen, doch all diese Informationsplattformen habe eines gemeinsam: Sie sind ist theoretisch.

Seit den 80er Jahren bilden sich zunehmend Vereine und Interessengemeinschaften, denen dies nicht genügt. Begeisterte Hobbyisten wollen am eigenen Leib erfahren, wie sich das antike Leben angefühlt hat. Sie wollen authentische Schuhe an den Füßen, das Gewicht eines Kettenhemdes spüren und Arbeiten mit den gleichen Werkzeugen wie unsere Vorfahren verrichten.
Wären wir heute noch in der Lage, unter den Lebensbedingungen der Vergangenheit zu existieren?
Anhand von wissenschaftlichen Publikationen wird die historische Kleidung nachgearbeitet, Waffen und Werkzeuge rekonstruiert und selbst der Speiseplan anhand der authentischen Gegebenheiten ausgerichtet.

Die zeitlichen Orientierungen von Reenactment oder „Living History“ sind dabei sehr vielfältig. Vom 2. Weltkrieg bis zurück in die Urgeschichte gibt es kaum eine Zeitperiode, die mittlerweile nicht durch Reenactment-Gruppen abgedeckt wird. Die Abgrenzung zwischen wissenschaftlich arbeitenden Vereinen, die durchaus auch experimentelle Archäologie betreiben können, hin zu Fantasy-Gruppen und Live-Rollenspielern ist dabei für den Laien meist nicht klar zu erkennen. Aus diesem Grund finden sich gute Reenactment-Gruppen, wie beispielsweise die römische 4. Vindeliker-Kohorte aus der Nähe von Frankfurt, meist auf Museumsfesten im archäologischen Umfeld. Hier kann den Besuchern das Leben am Limes anschaulich demonstriert werden, wozu auch Exerzierübungen und Kampftraining mit voller Bewaffnung gehören. Authentische Zelte mit detaillierter Ausrüstung werden ergänzt durch Nachbildungen des Marschgepäcks, und selbst kleine Details wie Schreibutensilien, Trinkflaschen, Geschirr oder Schuhnägel entsprechen den antiken Vorgaben und dem zeitlichen Fenster der Darstellung.

Auf die Herstellung von Kleingegengeständen wie Gewandnadeln, Gürtel, Löffel, Götterfiguren und anderen römischen Schmuck haben sich einige Fachhandwerker spezialisiert, wie beispielsweise Markus Neidhardt, www.replik-shop.de , der neben Repliken aus der römischen Epoche auch keltischen Schmuck, wikingerzeitliche Replikate und viele andere Nacharbeitungen aus anderen Kulturen. Interessierten Neueinsteiger wird empfohlen, sich einem passenden Verein anzuschließen, über den viele Anfangsprobleme bei der Materialbeschaffung, Recherche und Veranstaltungsplanung gelöst werden können. Für den, der sich auch von „authentischem Wetter“ mit glühender Hitze oder sintflutartigen Regenfällen nicht abschrecken lässt, eröffnet sich eine vollkommen neue, alte Welt. Viele Abenteuer, Erfahrungen und interessante Menschen entschädigen mehr als ausreichend für die oft mühsame Rekonstruktion einer historischen Darstellung.

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