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Autor: Gerold Meyer
Datum: 12.12.2012
Views: 3809
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Inventurverfahren - Umsetzung sachgemäßer Bestandsaufnahme

Das Handelsgesetzbuch und die Abgabenordnung verpflichten buchführungspflichtige Unternehmer zur regelmäßigen Bestandsaufnahme ihrer Vermögensgegenstände und Schulden. Diese werden bei der Durchführung einer Inventur zu einem bestimmten Stichtag nach Art, Menge und Wert vollständig und sachgerecht erfasst. Damit wird nicht nur eine Grundlage für die steuerlichen Bemessungsgrundlagen geschaffen, sondern auch eine Übersicht für den Unternehmer selbst, der anhand der Auswertung der Inventur Informationen über die wirtschaftliche Lage seines Unternehmens ziehen kann und Auskünfte für seine Kosten-und Leistenrechnung erhält.

Zeitpunkte für die Durchführung der Inventur

Bei der Stichtagsinventur kann die Bestandsaufnahme am Bilanzsstichtag, dem 31.12., durchgeführt werden - der Gesetzgeber räumt dem Unternehmer jedoch eine Frist ein. Diese umfasst zehn Tage vor beziehungsweise nach dem Stichtag, womit eine zeitnahe Bestandsaufnahme des Vermögens und der Schulden gewährleistet ist. Zur Stichtagsinventur verpflichtet sind Unternehmer, deren Warenbestände leicht verderbliche oder zerbrechliche Vorräte enthält. Wenn der Zeitaufwand bei der Stichtagsinventur zu hoch ist, kann der Unternehmer auch eine zeitverschobene Inventur drei Monate vor, beziehungsweise zwei Monate nach dem Stichtag durchführen. Da sich die Ergebnisse während dieser Fristen jedoch verändern, müssen die Werte der eingekauften und verkauften Waren angerechnet werden.
Unternehmen, die Lagerbücher oder -karteien führen, können auch permanent eine Inventur durchführen - diese erfordert zusätzlich einmal pro Jahr eine körperliche Inventur. Eine zuverlässige Lagerführung ist die Grundlage für ein weiteres Inventurverfahren - der Stichprobeninventur, die anhand von mathematisch-statistischen Verfahren Ergebnisse ohne hohen Zeitaufwand liefert.

Inventurverfahren nach Wahl - körperliche Inventur oder Buchinventur

Die körperliche Bestandsaufnahme ist ein Inventurverfahren, bei dem sämtliche Gegenstände des Unternehmens mengenmäßig erfasst werden. Dies kann durch Abzählen, Messen oder Wiegen geschehen, auch Schätzen ist unter Umständen möglich. Bei der körperlichen Inventur werden Bezeichnung, Menge, Wert pro Einheit und Gesamtwert der Vermögensgegenstände erfasst - auch wird eine Summe der Gesamtwerte gebildet.

Bei der Buchinventur handelt es sich um eine wertmäßige Bestandsaufnahme: Buchhalterische Aufzeichnungen und Belege bilden die Grundlage für dieses Inventurverfahren. Bankguthaben und Forderungen sowie die Verbindlichkeiten des Unternehmens werden bei hierbei vollständig erfasst. Sämtliche Angaben sind anhand der Belege der Buchführung nachweisbar. Die Buchinventur dient auch als Nachweis für Saldenbestätigungen, die zur Abstimmung von Kunden- und Lieferantenkonten eingefordert werden.

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